Aufbruch ins Leben

Eine Geschichte von Betäubung und Verwirklichung

Nahaufnahme einer Spaltaxt, die tief in einem Holzblock steckt – Symbol für Sven's radikale Entscheidung zur Verwirklichung und Nüchternheit im Jahr 2026.

Die Axt - ein Werkzeug der Verwirklichung.

Willkommen!

Wie schön, Dich hier begrüßen zu dürfen.

equilibrium, mein Verwirklichungs-Projekt auf dessen Seite Du Dich hier befindest, steht für eine große Vision, einen weiten Horizont, den ich in den kommenden Monaten mit Dir teilen werde. Doch bevor wir uns dem großen Bild zuwenden, will ich über das Wesentliche sprechen, aus dem es entspringt.

Dafür möchte ich Dich mitnehmen auf eine Reise von der Ohnmacht der Betäubung in die Kraft der Verwirklichung.

Auf meine Reise.

Vorab noch ein kleiner Disclaimer:
Ich beschreibe hier meine eigenen Prozesse nicht als moralischen Maßstab, sondern lediglich als persönliche Erfahrung.


Das Triumvirat der Taubheit: Wie Zucker, Social Media und Rausch mich lähmten

Mein Ausgangspunkt war der Gegenpol der Verwirklichung: absolute Betäubung. Ich hatte meine Lebenswelt auf eine Weise erschaffen, die mich in einem kontinuierlichen Bann dissoziierter Taubheit hielt: Wann immer ich herausfordernde Gefühle empfand, war mein erster Schritt nicht etwa der auf mein Meditationskissen oder in den Wald, sondern in den Supermarkt um mich mit Zucker vollzupumpen. Das war zwar in seiner Konsequenz auch nicht gerade angenehm, aber hey, immerhin musste ich mich nicht mehr fühlen.

Eine andere Quelle der Betäubung waren - in diesem Fall passend benannt - Betäubungsmittel. Weil mein Leben mich absolut unzufrieden machte, suchte ich Inseln des Eskapismus im Rausch erweiterter Bewusstseinszustände. Das klappte auch immer mal wieder gut, doch letztendlich gleicht es dem bunten Anmalen eines zutiefst verrosteten Fahrrads und entfernte mich von meinem wahren Wesen.

Und dann war da die für mich wahrscheinlich größte Geißel überhaupt: Social Media. Im Laufe der letzten Jahre habe ich es mir angewöhnt, jede freie Minute mit Youtube-Videos oder Instagram-Reels vollzustopfen - nur um mich dann zu wundern, warum ich keine Zeit und Energie hatte. Ich tötete damit jede Möglichkeit im Keim ab, mich mal zu langweilen und zu sehen, wohin mich das führen würde.

Dieses Triumvirat der Taubheit wurde abgerundet durch die Tatsache, dass ich mich nach einer jugendlichen Phase des veganen Lebenswegs nach und nach wieder herkömmlich mit tierischen Produkten (außer Fleisch) ernährte. Auch hier bin ich taub geworden: für das enorme Leid, das die Tierindustrie auf unserer Welt anrichtet.

 

Der Wendepunkt: eine systemische Aufstellung als Augenöffner

Der Ausgangspunkt für mein Erkennen dieses Wahnsinns war eine systemische Aufstellung bei meiner Heilpraktikerin (danke dafür, Arife). In ihr erlebte ich eindringlich, wie ich mir durch meine Selbstbetäubung eine Stasiskammer erschuf: ein selbst erschaffenes Gefängnis, das mich davon abhielt, mein Leben wirklich zu leben, ihm Sinn und Bedeutung zu verleihen. Das Bild, das ich dazu bei der Aufstellung erhielt, war das einer Blumenwiese, über die ich hüpfte und dabei Lieder sang. An sich nett, aber diese Wiese war eingekapselt in eine von der Welt entkoppelte Blase. Wie die Matrix, im Prinzip.

Das war sehr eindrücklich. Dennoch passierte erst einmal… nichts. Ich machte weiter so. Doch nach ein paar Tagen entwickelte ich eine bodenlose Abscheu davor, mich mit Videos zuzudröhnen. Der kalte Entzug war hart, zunächst wurde ich grantig und wusste nichts mit mir anzufangen. Doch Stück für Stück eroberte ich mir längst verlorene Fähigkeiten zurück. Einfach mal am Feuer sitzen können, zum Beispiel, ohne dieses innere Ziehen.

Bis ich das Ausmaß meines nahenden Schrittes erahnen konnte, brauchte es allerdings noch eine sinnlose Substanzerfahrung, die mich ernüchtert zurückließ. Das konnte es nicht sein. Das war der letzte Tropfen, den das Fass brauchte, um überzulaufen. So konnte ich nicht weitermachen.

Ich vergiftete mich durch mein Handeln, Tag um Tag ums Neue. Bah!

 

Meine vier Versprechen für 2026: Ein radikaler Neuanfang

Mir wurde klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Überhaupt nicht. Keinen Schritt mehr. Es war genug.

Und so traf ich eine Entscheidung. Genau genommen traf sie ein tieferer, unbewusster Teil für mich.

Es war eine echte Entscheidung.

Eine von denen, die wirklich trägt. Eine, gegen die ich nicht verstoßen kann, ohne mich selbst zu verraten.

  • Nüchternheit: Im Jahr 2026 bleibe ich nüchtern. Ein bisschen Koffein ist okay, aber auch reduziert.

  • Klärung: Im Jahr 2026 konsumiere ich keine industriell produzierten Süßigkeiten. Selbst Gemachtes, ob von mir oder von jemand anderem, ist okay.

  • Digitaler Fokus: Im Jahr 2026 dröhne ich mich nicht mehr mit Social Media zu. Wenn ich mich über irgendetwas informieren oder etwas lernen will und das mit Intentionalität tue, ist es okay.

  • Veganismus: Ab dem Jahr 2026 lebe ich vegan.

So ist es.

Das ist ein umfassendes Paket, das viele große Lebensbereiche betrifft. Radikal. Und genau, was ich brauche.

 

Der verwirklichte Mensch: Wie ich mein inneres Leuchten wiederfand

Sven beim Holzhacken im Freien: Ein glücklicher, fähiger Mensch in Arbeitskleidung bei der körperlichen Arbeit als Teil seiner Vision von equilibrium movement.

Kein Scheit kann der Kraft der Verwirklichung widerstehen! Am entspannten Gesichtsausdruck feile ich noch.

Den Übergang ins neue Jahr verbrachte ich mit sechs Freunden in einer Jurte. Es war eine in vielerlei Hinsicht magische Erfahrung. Neben der vielen Gemeinschaft gab es auch Raum, um lauter erdende Dinge zu tun: durch die Natur spazieren, in der eisigen Außenküche kochen, Holz machen. Vor allem das Holzhacken war der Auslöser für einen wichtigen und wertvollen Gedanken: Ich will ein fähiger Mensch sein.

Interessant. Was bedeutet es, ein fähiger Mensch zu sein? Ein fähiger Mensch muss richtig gut Holz machen und ein gutes Feuer machen können! Das war zumindest der Ursprung meiner Betrachtung. Nach und nach realisierte ich, dass der Gedanke “des fähigen Menschen” im Allgemeinen zwar spannend und potenziell für meine Entwicklung relevant ist, dass es jetzt aber erst einmal um mich selbst als ein konkretes Exemplar davon geht.

Und “fähig” bedeutet in diesem Fall: verwirklicht. Ich möchte in der Lage sein, das, was in meinem Inneren lebendig ist, in die Welt zu bringen.

Das ist die Positivmotivation zur immensen Abscheu meiner Selbstbetäubung. Mich selbst zu betäuben heißt, mir die Möglichkeit zu nehmen, mich zu verwirklichen.

Mich zu verwirklichen bedeutet, ein Leben voller Sinn und Bedeutung zu führen.

Ich wähle diesen Weg.

Von jetzt und für immer.

 

Alltag mit KI und Achtsamkeit: Wie sich Verwirklichung anfühlt

Zurück aus der Jurte und im Alltag angekommen, habe ich mich zusammen mit ChatGPT damit auseinandergesetzt, wie ich diesem Ziel näher kommen kann. Künstliche Intelligenz ersetzt hier nicht meine eigene Reflexion und Entwicklung, sondern ist vielmehr ein magischer Spiegel meines Innersten, der mir hilft, noch bewusster zu handeln.

So habe ich einen zyklischen Weg gefunden, der mich von den Grundlagen der Verwirklichung über die Entwicklung konkreter Fähigkeiten bis zu deren Anwendung zum höchsten Wohle aller führt. Genau genommen passieren alle Stufen gleichzeitig, aber es hilft mir, sie so zu verdeutlichen. Als konkrete Umsetzungsstrategie ging ich das Commitment ein, mich jeden Tag drei verschiedenen Dingen mindestens zehn Minuten lang zu widmen. Diese werden sich im Laufe der Monate verändern. Für den Januar sind es erst einmal das Jonglieren, das Lesen und die Entwicklung von equilibrium.

Und was soll ich sagen… mein Leben fühlt sich anders an.

Ich glaube, der im Alltag relevanteste Unterschied ist der Freiraum, den ich habe, seitdem ich nicht mehr den ganzen Tag Youtube-Videos schaue. Plötzlich fällt es mir so leicht, die Zeit sinnvoll zu füllen. Dieser Blogartikel ist das beste Beispiel dafür. Oder gestern habe ich etwa ohne jeden Widerstand meine gesamten Ordner und Unterlagen sortiert und abends dann die Küche ausgemistet. Es ist vor allem diese Reibungsfreiheit, die mich verblüfft. Vorher erschien es anstrengend zu sein, ein Buch in die Hand zu nehmen oder ein paar Bälle zu werfen - geschweige denn, einen Blogartikel zu schreiben. Jetzt freue ich mich regelrecht darauf oder werde davon überrascht, dass ich Dinge auf einmal wie durch Zauberhand von selbst erledige.

Ich bin gespannt, wie diese Entwicklung weitergeht und wünsche mir selbst von Herzen das Beste auf diesem Weg.

Vielleicht ist es wahrlich an der Zeit, mein Leben zu leben.

Erst einmal habe ich ja ein Jahr Zeit dafür.

 

Verwirklichung vs. Selbstverwirklichung: Kanal für etwas Größeres

Zu guter Letzt möchte ich noch meine Vorliebe für den Begriff der Verwirklichung gegenüber der Selbstverwirklichung beleuchten. Das ist mir direkt von Anfang an ins Auge gefallen und ich fand es spannend. Inzwischen kann ich darin einen echten, tieferen Sinn finden.

Klar - die Verwirklichung passiert immer noch durch mich und in meinem Leben, ist also durch und durch mit mir verwoben. Gleichzeitig spüre ich, dass es dabei nur zum Teil um mich selbst geht. Ich glaube, dass es Kräfte gibt, die sich durch uns verwirklichen können, wenn wir das zulassen. Ich empfinde sie als eine Art schöpferische Strömungen, mit denen wir uns verbinden und die wir durch unser Wirken auf die Erde bringen können. In den Momenten dieser Verbundenheit tritt das Selbst dann einen Schritt zurück und ist nicht mehr der hauptsächliche Fokuspunkt des Wirkens.

Es wird zu einem Kanal für etwas Größeres. Und das ist ziemlich magisch.

Hierzu werde ich sicherlich in der kommenden Zeit noch mehr schreiben, wenn ich diese Perspektive noch etwas eingehender erforscht habe.


Erst einmal möchte ich Dir dafür danken, dass Du meiner Geschichte bis hierhin gefolgt bist. Das bedeutet mir sehr viel.

Gab es in Deinem Leben schonmal einen Punkt, in dem Du einen radikal anderen Weg eingeschlagen hast? Teile ihn gerne in den Kommentaren!

In absehbarer Zeit werden hier immer wieder neue Artikel erscheinen, sodass Du meinen Weg weiterverfolgen kannst, falls Du das möchtest.

Hab auf alle Fälle ein gesegnetes und zutiefst verzaubertes 2026!

Bis bald.

Sven.

Sven, der Autor von equilibrium, in einem geerdeten Porträt unter freiem Himmel. Das Bild zeigt ihn in Arbeitskleidung vor einer ländlichen Kulisse und symbolisiert den Aufbruch in ein bewusstes, verwirklichtes Leben 2026.